| Geschichten aus den Hunsrückdörfern |
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Im Herbst 1980 entsteht der Dokumentarfilm Geschichten aus den Hunsrückdörfern", zu einer Zeit, da Edgar Reitz sich gemeinsam mit seinem Co-Autor Peter Steinbach in Woppenroth im Hunsrück auf sein kommendes Projekt Heimat" vorbereitet. Eine Szene wird durch eine andere unterbrochen, der Plot" später erst wieder aufgenommen. Parallelität erzielt hier den Effekt der Gleichzeitigkeit. Das Bild erweitert sich, das Gezeigte steht in gefühlter Beziehung zueinander. Die Einheit von Ort und Zeit kommt zum Tragen, das Hunsrücker Bild gewinnt an Dimensionalität. In den Geschichten aus den Hunsrückdörfern" ist das gesamte Hintergrundmaterial, das Reitz bei seinen Vorort-Recherchen für das anstehende fiktionale Projekt gesammelt hat, in dokumentarischer Form zusammengefasst. Gerade deswegen ist dieser Dokumentarfilm kein journalistischer Tatsachenbericht über die bäuerlichen Lebensbedingungen der Hunsrückregion, sondern vielmehr ein atmosphärisches Stimmungsbild, in das Reitz nach seiner Rückkehr" für die Vorbereitung seines Heimat"Projektes selbst eingetaucht ist. Dieser Film vermag, einen Einblick in das zu geben, was Edgar Reitz bei seiner autobiographisch geprägten Drehbuchentwicklung für Heimat" im Hunsrück beeinflusste. Es wird deutlich, welche Erinnerungen an seine eigene Vergangenheit in ihm geweckt wurden und in welcher Form er diese später fiktional umzusetzen vermochte. Und so kann es auch nicht verwundern, dass einige der im Dokumentarfilm mündlich überlieferten Episoden in Heimat" dramatisiert wiederkehren. Die Geschichten aus den Hunsrückdörfern" stellen somit ein Präludium zur Heimaf'-Trilogie dar oder, wenn man so will, einen dokumentarischen Prolog. Das Filmteam bestand im Wesentlichen aus jenen Kollegen und Freunden, die auch kurze Zeit später an der Umsetzung von Heimat beteiligt sind: Nikos Mamangakis (Musik), Heidi Handorf (Schnitt), Petra Kiener (Regieassistenz), Inge Richter (Produktionsleitung) und Joachim von Mengershausen (Redaktion WDR). Szenenfotos: Aus einem Brief von Edgar Reitz an Ulrich Gregor vom 14.1.1982: Inhaltlich befaßt sich der Film mit meiner Heimat und den Menschen, die ich als Junge verlassen habe, um in den Städten das Filmemachen zu erlernen. Sie werden merken, daß in dieser Heimat alle Motive vorkommen, die ich in meinen Filmen seit fast 20 Jahren behandle. Insofern ist der Film ein Schlüssel zu meinem Werk und er zeigt auch im Verhältnis zu den Bildern und den Menschen meine Einstellung zu unserem Metier. Dies ist ein Lieblingskind von mir und ich bitte Sie, damit glimpflich umzugehen. Für die Bundesbahn ist der Hunsrück unerschlossenes oder aufgegebenes Gelände. Wer mit dem Zug vom Rhein her anreist, muß in Kim aussteigen und mit dem Bus weiterfahren - es sei denn, es ist gerade Wochenende, dann hilft nur noch der Daumen oder ein Taxi. Es ist also gar nicht so einfach, ohne Auto diesen deutschen Landstrich zu erreichen, man muß sich heranarbeiten an dieses Stück nahezu unberührter Bilderbuchnatur, in die rund 380 Dörfer fast unmerklich eingepaßt sind. Der Lauf der Jahrhunderte ist hier vorübergegangen, ohne Spuren zu hinterlassen, noch immer übersteigt die Einwohnerzahl pro Dorf selten 300 Seelen, die Kreisstadt Simmern mutet da mit fast 7000 Bürgern schon an wie ein Stück große Welt. Quelle: Edgar-Reitz.de |





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